Historie Herrenhaus Hof Hausen vor der Sonne

Die erste Erwähnung des historischen Geländes von Hof Hausen erfolgte bereits 1360 im Rahmen einer Erbschaftsauseinandersetzung. Eine Urkunde belegt, dass im ausgehenden 13. Jahrhundert „Heinrich Fleming und frauwe Margrede den Hof zu Fleminghusen inne hatten“, der nach deren Tod an die Kinder überging.

1426 wechselten die Besitzer von „Flemingshusen“. Zunächst ging der Besitz an die Herren von Eppstein über und ab 1492 nannten die Landgrafen von Oberhessen–Marburg sowie Adelige aus der Linie der Landgrafen von Hessen–Kassel den Hof ihr Eigen.

Seit 1672 konnte die Familie Johann Milch Dank eines Erbleihbriefs des Landgrafen Hessen–Kassel, den Hof bewirtschaften. Die Bautätigkeiten der Familie Milch waren bedeutsam für das Hofgut und prägen heute noch gut sichtbar die Anlage. Zeugen dieser Bautätigkeit sind der Apfelweinkeller auf der Hofinsel aus dem Jahre 1760, das Herrenhaus aus dem Jahre 1776 und der Schluss-Stein am Torbogen mit der Jahreszahl 1807 und den Initialen „P.M.“ für Peter Christian Milch.

Die Familie bewirtschaftete das Hofgut bis 1911 und veräußerte es, nachdem sie sich bereits 1874 von der Erbleihe freigekauft hatten, an den Hofheimer Sanitätsrat Dr. Max Schulze-Kahleyß. Dessen Sohn, Werner Schulze – Kahleyß, verpachtete 1996 das Hofgut und die landwirtschaftlichen Flächen an die Hof Hausen vor der Sonne Golf AG. Die landwirtschaftlichen Flächen wurden genutzt für den Bau einer 18-Loch Golfanlage, die im Sommer des Jahres 2000 fertig gestellt wurde.

2007 sanierte die Hof Hausen vor der Sonne Golf AG in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz das aus der Barockzeit stammende Herrenhaus, um es als Restaurant mit Clubräumen nutzen zu können. Viele Spezialisten ließen ihr Wissen einfließen, um eine attraktive Gestaltung zu realisieren; so analysierte z. B. eine Farbrestauratorin die vielen Außenanstriche mit dem Ziel, die ursprüngliche Farbe zu rekonstruieren, die dann auch eingesetzt wurde.

Nicht belegt, aber vermutet wird, dass bereits die Römer auf diesem Gelände ihre Unterkünfte hatten, da der Standort einen weiten Blick in alle Richtungen zuließ.

Auch soll angeblich der berüchtigte Räuberhauptmann Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“ auf dem hessischen Hof Hausen vor seinen Verfolgern aus Mainz 1802 Zuflucht gesucht haben und so der mainzerischen Obrigkeit „eine Nase gedreht“ haben.